Raphael Verdugo im Porträt: Wie Verdugo Travel aus Arlesheim individuelle Weltreisen plant

admin Von admin
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Reisen ist ihre grösste Leidenschaft – und inzwischen ihr Beruf: Raphael Verdugo und seine Partnerin haben mit Verdugo Travel ein unabhängiges Boutique-Reisebüro in Arlesheim aufgebaut, das individuelle Reisen weltweit plant. Persönlich, durchdacht und mit dem Anspruch, dass jede Reise wirklich zum Kunden passt – vom Städtetrip in Europa bis zur Expedition in die Antarktis.

Für alle, die in Basel und Umgebung ein Reisebüro suchen, das mehr bietet als Standardpakete, ist Verdugo Travel eine besondere Adresse. Im Gespräch erzählt Gründer Raphael Verdugo, wie aus einem Schlüsselmoment in Namibia ein eigenes Reisebüro wurde, was hinter dem Slogan «For Travelers, By Travelers» steckt – und warum persönliche Beratung im digitalen Reisemarkt wichtiger ist denn je.

Sie haben persönlich bereits alle sieben Kontinente bereist. Gab es einen konkreten Schlüsselmoment oder eine bestimmte Frustration mit bestehenden Reiseangeboten, die den Ausschlag zur Gründung von Verdugo Travel gab?

Seit ich mich erinnern kann, ist Reisen meine grosse Leidenschaft. Auch meine Partnerin, mit der ich Verdugo Travel führe, teilt diese Begeisterung. Bevor wir Ende 2023 unser Reisebüro gegründet haben, waren wir beide rund 18 Jahre im Human Resources in der Region Basel tätig. Neben unserem Berufsleben stand aber auch damals schon immer das Reisen im Mittelpunkt.

Einen besonderen Schlüsselmoment gab es 2022 während einer Reise durch Namibia – bis heute eines meiner absoluten Lieblingsländer. In einer Lodge kamen wir mit einer Reiseberaterin aus den USA ins Gespräch. Sie hat uns inspiriert und gesagt: «You should start a travel agency!» Zuerst mussten wir darüber lachen. Doch die Idee liess uns nicht mehr los, und knapp sechs Monate später haben wir Verdugo Travel gegründet – basierend auf meinem Familiennamen.

Neben diesem Schlüsselmoment haben uns auch unsere eigenen Reiseerfahrungen geprägt. Auf unseren Reisen haben wir immer wieder festgestellt, dass oft die kleinen Details darüber entscheiden, ob eine Reise einfach schön oder wirklich unvergesslich wird. Genau dort möchten wir den Unterschied machen. Wir legen grossen Wert auf persönliche Beratung, durchdachte Reiseabläufe und individuelle Erlebnisse. Dabei spielt es für uns keine Rolle, ob es sich um eine Städtereise in Europa, eine Familienreise oder eine komplexe Reise ans andere Ende der Welt handelt. Wir planen individuelle Reisen weltweit. Denn beim Reisen steckt der Teufel oft im Detail.

Ihr Slogan lautet «For Travelers, By Travelers». Wie stellen Sie sicher, dass Ihre persönlichen Erfahrungen als Globetrotter nicht nur Anekdoten bleiben, sondern systematisch in die Reiseplanung Ihrer Kunden einfliessen?

Das ist sehr vielseitig. Einerseits gehört es in unserer Branche natürlich dazu, sich kontinuierlich weiterzubilden und sich mit neuen Entwicklungen und Trends auseinanderzusetzen. Die Reisebranche ist sehr dynamisch und entwickelt sich ständig weiter.

Andererseits reisen wir selbst mehrmals pro Jahr, lernen neue Destinationen, Unterkünfte, Anbieter und Reiseformen kennen und testen vieles auch selbst. Das kann eine besondere Unterkunft, eine neue Flugverbindung, eine Kreuzfahrt oder ein ganzes Reiseerlebnis sein. Genau diese Erfahrungen fliessen in unsere Reiseplanung ein. Deshalb heisst unser Slogan auch «For Travelers, By Travelers».

Dazu kommen viele praktische Erfahrungen, die unabhängig von der Destination sind – zum Beispiel sinnvolle Flugverbindungen, Transfers, die richtige Kabine auf einem Schiff, Einreisebestimmungen oder digitale Tools. Wir sind sehr bemüht, unsere Kundinnen und Kunden mit diesem Wissen und unserer persönlichen Erfahrung zu inspirieren und bestmöglich zu beraten. Schlussendlich entscheidet aber natürlich immer der Kunde.

Als unabhängiges Boutique-Reisebüro in Arlesheim setzen Sie stark auf Massschneiderung und einen Concierge-Service, der auch ausserhalb der üblichen Zeiten greift. Wie skalieren Sie diesen intensiven, persönlichen Betreuungsansatz, wenn die Kundenzahl wächst?

Das ist tatsächlich einer der wichtigsten Punkte für uns. Unser persönlicher Service soll auch mit einer wachsenden Kundenzahl erhalten bleiben. Wir haben unsere Aufgaben klar aufgeteilt. Meine Partnerin kümmert sich hauptsächlich um die Kundenbetreuung und das Marketing, ich bin primär für das Supplier Management und die Finanzen verantwortlich. Die Planung und das Design der Reisen machen wir aber beide, weil genau das unsere Leidenschaft ist.

Von Anfang an war uns wichtig, möglichst viele Prozesse selbst zu verstehen. Gleichzeitig haben wir früh gemerkt, welche administrativen Aufgaben wir künftig automatisieren oder auslagern können, wenn sie nicht unmittelbar mit den Kundenreisen zu tun haben. So gewinnen wir mehr Zeit für das, was unseren Kundinnen und Kunden wirklich einen Mehrwert bietet.

Zudem haben wir seit unserer Gründung ein gutes Netzwerk an Partnern in der Schweiz und im Ausland aufgebaut. Denn auch in der Reisebranche läuft noch viel über persönliche Kontakte. Dadurch können wir wachsen, ohne dass die persönliche Betreuung oder die Qualität unserer Reisen darunter leidet. Denn bei jeder Reise planen wir so, als würden wir selbst mitreisen.

Ihre Reiseangebote reichen von Safaris bis zu echten Expeditionen. Gleichzeitig betonen Sie die Mitgliedschaften bei Swiss Travel Security (STS) und STAR. Wie balancieren Sie das Verlangen nach grenzenlosem Abenteuer mit dem Bedürfnis nach maximaler Absicherung?

Die Reisebranche hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Heute gibt es praktisch nichts mehr, was es nicht gibt – das Angebot reicht von klassischen Ferien bis hin zu extremen Reiseformen. Wir sind jedoch kein Reisebüro für reine Extremreisen oder für Reisearten und Regionen, bei denen wir selbst nicht dahinterstehen können – sei es aufgrund der Sicherheit, der Logistik oder fehlender eigener Erfahrung. Schlussendlich müssen wir jede Reise, die wir verkaufen, auch mit gutem Gewissen vertreten können.

Es gibt natürlich auch Destinationen oder Reiseformen, die wir selbst nicht kennen oder bei denen wir nicht über die passenden lokalen Partner verfügen. In solchen Fällen sind wir transparent und verweisen unsere Kunden gerne an einen Spezialisten aus unserem Netzwerk oder arbeiten direkt mit lokalen Experten vor Ort.

Für den grossen Teil der Reisen, die wir planen, können unsere Kunden aber darauf vertrauen, dass wir unsere persönliche Erfahrung mit einem guten Netzwerk kombinieren. Durch unsere Mitgliedschaften bei Swiss Travel Security (STS) und STAR, dem Verband der Schweizer Reisebüros, verfügen wir zudem über eine wichtige Kundengeldabsicherung und zusätzliche Unterstützung. Für uns bedeutet Abenteuer nicht, Risiken einzugehen, sondern die richtige Balance zwischen Erlebnis und Sicherheit zu finden.

Der Reisemarkt ist stark umkämpft und stark digitalisiert. Wie haben Sie es als neues, unabhängiges Unternehmen geschafft, das anfängliche Vertrauen für hochpreisige, individuelle Reisebuchungen aufzubauen?

Unsere persönliche Reise-, Lebens- und Berufserfahrung war sicherlich eine wichtige Voraussetzung. Durch unsere langjährige Berufserfahrung im HR-Bereich konnten wir uns ein gutes Netzwerk aufbauen, insbesondere auch in der Region Basel. Wir waren bereits vor der Gründung unseres Reisebüros in unserem privaten und beruflichen Umfeld als «Reiseverrückte» bekannt. Für viele war der Schritt zum eigenen Reisebüro fast eine logische Entwicklung.

Natürlich hilft es uns auch, dass wir persönlich sehr nah an unseren Kunden sind. Die Reisebranche wird zwar immer digitaler, aber gerade bei individuellen und komplexeren Reisen merken wir, dass die persönliche Beratung weiterhin sehr geschätzt wird. Viele Kunden möchten nicht nur online etwas buchen, sondern einen Ansprechpartner haben, kurz telefonieren können oder auch einmal ausserhalb der klassischen Bürozeiten beraten werden.

Das gilt für eine komplexe Fernreise genauso wie für eine Familienreise. Gerade Familien schätzen es oft sehr, wenn jemand die gesamte Reise im Blick hat und auch an Dinge denkt, die man vielleicht selbst nicht berücksichtigt hätte. Viele unserer Kunden sind Familien mit Kindern. Für uns ist Luxus deshalb nicht nur eine Frage des Preises oder der Reiseart. Luxus kann auch bedeuten, einen persönlichen Ansprechpartner zu haben, der sich Zeit nimmt, die Wünsche des Kunden wirklich zu verstehen und sich um die Details kümmert. Genau hier versuchen wir, flexibel zu sein und uns von klassischen Strukturen abzuheben. Wir bieten auch Beratungen am Wochenende und nach Feierabend an und sind schnell via WhatsApp erreichbar. Solche kleinen Dinge machen bereits einen Unterschied.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zeit. Viele unserer Kunden haben nicht die Zeit, eine komplexe Reise selbst zu planen. Ein Reiseziel zu finden, ist heute relativ einfach. Die richtige Kombination aus Flügen, Unterkünften, Aktivitäten, Transfers und vielen kleinen Details zusammenzustellen, ist dann aber eine andere Aufgabe.

Als unabhängiges Reisebüro haben wir zudem den Vorteil, dass wir das meiste nach unseren eigenen Vorstellungen gestalten und schnell auf Kundenbedürfnisse reagieren können. Auch unsere Kommunikation auf Social Media unterstützt dabei. Viele Inhalte und Bilder, die wir teilen, stammen von unseren eigenen Reisen. Wir zeigen nicht einfach schöne Orte, sondern teilen unsere persönlichen Erfahrungen. Auch wenn wir die erste Start-up-Phase hinter uns haben, sind wir bei jeder Reise, die wir für unsere Kunden planen, immer noch genauso begeistert wie am Anfang. Denn Kundenvertrauen ist nicht selbstverständlich.

Bei massgeschneiderten Rundreisen und Roadtrips kann vor Ort immer etwas Unvorhergesehenes passieren. Was war bisher die grösste operative Herausforderung und wie haben Sie diese gelöst?

Das ist sicher so: Unvorhergesehenes kann immer passieren – auch bei der besten Planung. Bisher sind alle unsere Kunden gesund und gemäss Plan zurückgekommen. Reisen ist heute für viele Menschen selbstverständlich geworden, und manchmal überrascht es Kunden, wenn plötzlich ein Flug gestrichen wird oder sich eine Route ändern muss.

Wir hatten bisher das Glück, dass uns keine grossen Krisensituationen getroffen haben. Das liegt aber auch daran, dass wir sehr bemüht sind, mögliche Risikofaktoren bereits bei der Planung zu berücksichtigen, und unsere lokalen Partner gut kennen. Ein zuverlässiges Netzwerk vor Ort aufzubauen, braucht Zeit und Erfahrung. Seit der Gründung unseres Reisebüros haben wir gelernt, wie wichtig es ist, sich auf die richtigen Partner verlassen zu können.

Kürzlich hatten wir zum Beispiel einen starken Taifun in der Region Taiwan und Japan, während einige unserer Kunden dort unterwegs waren. Wir mussten Reiseabläufe anpassen, Flüge umbuchen und alternative Lösungen finden. Das kann schnell einmal einen ganzen Tag an Organisation bedeuten.

Das Wichtigste in solchen Situationen ist eine offene Kommunikation und ein schneller Informationsaustausch. Wenn Kunden merken, dass man sich kümmert und aktiv Lösungen sucht, sind sie in der Regel sehr verständnisvoll und flexibel. Genau hier sehen wir den Mehrwert unserer persönlichen Betreuung.

Wohin entwickelt sich der Markt für Individualreisen in den nächsten drei bis fünf Jahren, insbesondere in Bezug auf Themen wie «Slow Travel» oder exklusive Expeditionen?

Ich glaube, dass sich der Markt für Individualreisen in den nächsten drei bis fünf Jahren weiter in Richtung personalisierter Reiseerlebnisse entwickeln wird. Gewisse Kunden möchten nicht einfach nur eine Reise buchen, sondern ein Erlebnis, das wirklich zu ihnen passt oder von dem sie schon immer geträumt haben. Das kann eine Safari, eine besondere Schiffsreise oder eine Expedition in die Antarktis sein. Es kann aber genauso gut eine individuell geplante Europareise, eine Familienreise oder eine besondere Städtereise sein. Entscheidend ist für uns, dass die Reise zum Kunden passt.

Gleichzeitig wird es immer einfacher, Informationen und Inspirationen online oder mithilfe von künstlicher Intelligenz zu finden. Die Herausforderung ist aber nicht mehr, Informationen zu bekommen, sondern aus den vielen Möglichkeiten die richtigen Informationen und die passende Reise herauszufiltern. Gerade bei komplexeren Reisen sind Erfahrung, persönliche Beratung und ein gutes Netzwerk weiterhin entscheidend.

Themen wie Slow Travel und authentischere Reiseerlebnisse werden sicher weiter an Bedeutung gewinnen. Wobei man das auch etwas in den richtigen Kontext setzen muss. Viele Kunden möchten auch weiterhin einfach klassische Ferien machen – mit der Zeit und dem Budget, das ihnen zur Verfügung steht. Besonders der Faktor Zeit bleibt ein wichtiger Punkt, und viele Menschen möchten in zwei oder drei Wochen möglichst viel erleben.

Vielleicht besucht man in Zukunft nicht mehr nur die klassischen Orte zur Hauptsaison – Stichwort Overtourism –, sondern entdeckt andere Regionen, verbringt mehr Zeit an einzelnen Orten oder sucht Erlebnisse abseits des Massentourismus.

Für uns bedeutet die Zukunft der Individualreise deshalb, die vielen Möglichkeiten zu filtern und daraus die passende Reise für den richtigen Kunden zu gestalten. Genau dort sehen wir unsere Rolle: persönliche Erfahrung, unser Netzwerk und moderne Möglichkeiten miteinander zu verbinden.

Sie haben die ganze Welt gesehen und Verdugo Travel fest in der Region Basel verankert. Was ist Ihre langfristige Vision – lokales Wachstum oder eine Ausweitung des Boutique-Konzepts?

Unsere Vision ist es nicht, möglichst schnell gross zu werden, sondern nachhaltig zu wachsen und die Qualität beizubehalten, für die wir stehen. Der Spass und die Leidenschaft dürfen dabei natürlich auch nicht zu kurz kommen.

Die Region Basel wird für uns immer eine wichtige Basis bleiben. Hier haben wir unser Netzwerk aufgebaut, und hier kommen viele unserer Kunden her. Gleichzeitig sehen wir, dass unser Konzept nicht an eine bestimmte Region gebunden ist. Durch die Digitalisierung und unser persönliches Netzwerk können wir heute auch Kunden ausserhalb der Region sehr gut beraten und betreuen.

Das ist auch ein grosser Vorteil unseres Reisebürokonzepts. Aktuell finden rund 20 Prozent unserer Reiseberatungen direkt in unserem Büro in Arlesheim statt. Die Mehrheit unserer Beratungen erfolgt virtuell, was sehr gut funktioniert. Dadurch konnten wir bereits Kunden aus anderen Regionen der Schweiz gewinnen, beispielsweise aus Zürich oder der Zentralschweiz. Ein kleiner, aber wichtiger Teil unserer Kunden kommt zudem aus Deutschland und Frankreich. Vereinzelt erhalten wir auch Anfragen aus Übersee und Nordamerika.

Langfristig möchten wir Verdugo Travel als etablierte Reisemarke für individuelle Reisen weltweit weiterentwickeln. Dabei ist uns aber wichtig, dass Wachstum nicht auf Kosten der persönlichen Betreuung geht. Wir möchten weiterhin jede Reise mit derselben Leidenschaft und Sorgfalt planen, wie wir es heute tun.

Unsere Vision ist, der persönliche Reiseberater unserer Kunden zu werden. Viele von uns haben Personen, denen wir vertrauen und zu denen wir immer wieder gehen – zum Beispiel den Hausarzt, den Steuerberater oder den Mechaniker unseres Vertrauens. Genau so möchten wir für unsere Kunden der persönliche Reiseberater sein. Wenn jemand sagt: «Ich möchte verreisen», dann soll Verdugo Travel die erste Adresse sein, an die er denkt.

Mehr über das Boutique-Reisebüro und individuelle Reisen weltweit erfahren Sie direkt bei Verdugo Travel.

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