Korsika – Die stolze Schöne im Mittelmeer

Detlef Berg Von Detlef Berg
4 Min. Lesezeit

1769 ist für Korsika ein besonders geschichtsträchtiges Jahr. Es ist das Jahr, in dem französische Truppen die korsischen Unabhängigkeitskämpfer besiegten und die Insel endgültig französisch wurde. Es ist auch das Jahr, in dem der berühmteste aller Korsen, Napoleon Bonaparte, in Ajaccio geboren wurde. Überall auf der Insel ist Napoleon, der später zum mächtigsten Herrscher Europas aufsteigen sollte, präsent.

Sein Geburtshaus, ein Stadtpalais in der Inselhauptstadt Ajaccio, ist heute Museum. Ein Stammbaum gibt einen Überblick über den weit verzweigten Familienclan, und im Museum wird auch der kometenhafte Aufstieg Napoleons von seinen militärischen Anfängen bis zu seiner Krönung zum Kaiser dargestellt.

In Ajaccio lässt sich sein Erbe zum Beispiel auf dem zentralen Marechal Foch Place erleben, wo er als römischer Konsul auf einem hohen Sockel thront. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Kunstmuseum im Palais Foch, die Zitadelle und die barocke Kathedrale Notre-Dame-de-l’Assomption, in der Napoleon getauft wurde.

Wer Napoleons überdrüssig ist, kann sich am Stadtstrand erholen. Schöner ist der Sprung ins glasklare Wasser von einem Boot. Zahlreiche Anbieter offerieren eine Halbtagestour mit kleineren Booten, die in den schönen Buchten rund um Ajaccio ankern. Es gibt auch einen Bootsshuttle nach Porticcio, das mit seinen feinen Sandstränden ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Auch im Landesinneren warten in manchem Fluss erfrischende Badebecken. Wir starten von Calvi, einem schönen Städtchen an der Nordwestküste, in dem wir die nächsten Tage verbringen. Nach knapp einer Stunde Fahrt erreichen wir die Auberge Forte Bonifatu.

„Gut, dass ihr festes Schuhwerk anhabt“, begrüßt uns Bergführer Jean-Francois Pacelli. „Schließlich geht es durch den Bonifatu-Wald über Stock und Stein und auf schwankenden Brücken über rauschende Bäche.“ Unterwegs erfahren wir viel über Fauna und Flora des 3 000 Hektar großen Waldgebietes. Auch die berühmten Wanderwege GR 20 und Mare e Monte verlaufen hier. „Das sind äußerst anspruchsvolle Wanderungen, und nicht wenige Wanderer unterschätzen die Anforderungen und brechen ab““, erklärt Jean Francois.

Doch auch wer sich solche Wanderungen nicht zutraut, kann auf Korsika auf den rund 1 500 Kilometern gut markierter Wege wandern. Viele verlaufen durch das Mittelgebirge, haben kürzere und weniger anstrengende Tagesetappen und führen durch Dörfer, in dem nicht nur ein bequemes Bett, sondern auch kleine Lokale mit inseltypischer deftiger Kost warten.

Unser Weg führt bergab ins Tal zum Figarella-Fluss. Über eine schwankende Hängebrücke geht es hinüber zum anderen Ufer, wo ein leichter Einstieg auch für Kinder möglich ist. Ein Bad in den natürlichen Felspools, sogenannte Gumpen, ist einfach wunderbar erfrischend.

Am Abend sind wir zurück in Calvi. Für Pacelli ist die Stadt die Perle Korsikas. Die Altstadt beginnt am Fuß der Zitadelle und verläuft entlang des Hafens. An der Promenade drängen sich Restaurants und Cafes, davor ankern Ausflugsboote und Yachten. Daran schließt sich ein sechs Kilometer langer, sanft abfallender Sandstrand an.

Sehenswert ist auch die Zitadelle, die auf einem Felsmassiv thront und die Stadt überragt. Über viele Stufen und verwinkelte Gassen erkunden wir das Innere der Festungsanlage und entdecken die Kirche Saint-Jean Baptiste, die Maison Pacciola und die Ruine des angeblichen Geburtshauses von Christoph Kolumbus. Mein Tipp: Kommen Sie am Abend und genießen Sie bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang.

www.france.fr; www.visit-corsica.com/de

 

GETAGGT:
Teile diesen Artikel
Detlef Berg ist freier Reise-Journalist und reist seit Jahren durch die ganze Welt. Dabei hat er weit mehr als 100 Länder und alle Kontinente besucht. Über seine Reisen berichtet er in verschiedenen Tageszeitungen und Magazinen und sehr oft ganz exklusiv für uns. Weiter gehört er seit Jahren zu den Top-10 Reise-Journalisten in Deutschland.