Wie reisen wir 2022? Die Trends…

Urs Huebscher Von Urs Huebscher
7 Min. Lesezeit

Nach zwei turbulenten Jahren hat sich viel verändert in der Reisebranche. Das Zukunftsinstitut sagt voraus, dass Urlaub und Geschäftsreisen zur Qualitätsfrage werden. Nachhaltig, solidarisch sowie sozial sollen die Ziele und auch die Verkehrsmittel sein. Der Tourismus ist gezwungen, andere Wege zu gehen, um den neuen Ansprüchen gerecht zu werden.

„Reise weniger – dafür richtig!“

Mit dem „Climate Trek“ in Nepal bietet der Slow-Trekking-Anbieter Hauser Exkursionen eine klimaneutrale Tour und fördert Projekte zur Unterstützung der lokalen Bevölkerung. Bildnachweis: Hauser Exkursionen/Johanna Weinreiter

Manfred Häupl, Inhaber und Geschäftsführer Hauser Exkursionen: „Als führender Slow-Trekking-Anbieter steht auf unseren Touren die Balance zwischen sozialer Verantwortung und einer möglichst geringen Klimabelastung im Mittelpunkt. Daher bieten wir keine Fernreise unter zwei Wochen an. CO2-Kompensation und Projekte zur Unterstützung der lokalen Bevölkerung sind weitere Bestandteile unserer Philosophie. Ein ideales Beispiel stellt der ‚Climate Trek‘ in Nepal dar. Alle Lodges entlang der nahezu klimaneutral begehbaren Trekkingroute durch die Helambu-Region wurden nach dem Erdbeben 2015 neu aufgebaut, um den Einheimischen langfristig Einkünfte zu sichern. 2022 setzen wir die Erfolgsgeschichte mit einem zweiten Climate Trek in der Langtang-Region fort. Durch diese Modellprojekte für grünen Tourismus leistet Hauser Exkursionen einen Beitrag zum ökologischen Wandel.“ www.hauser-exkursionen.de/nachhaltig-reisen

Treatments auch für Covid-19-Genesene

Zum Tagesablauf in den Barberyn Resorts/Sri Lanka gehört die ayurvedische Pulsdiagnose. Bildnachweis: Barberyn Ayurveda Resorts

Manick Rodrigo, Inhaber der Barberyn Ayurveda Resorts auf Sri Lanka: „Die Pandemie hat viele Menschen an den Rand ihrer psychischen und physischen Kräfte gebracht. In dieser Situation ist eine Ayurvedakur hilfreich, um Körper, Geist und Seele wieder in Balance zu bringen. Zudem bieten wir speziell im Barberyn Sands medizinische Treatments für Covid-19-Genesene an. So soll Langzeitfolgen  wie chronische Erschöpfung, lang anhaltende Atembeschwerden oder auch psychische Imbalances nach einer überstandenen Infektion effektiv entgegengewirkt und die Immunität gezielt verbessert werden. Die Reha-Maßnahmen umfassen unter anderem ein Ayurveda Covid Care Treatment, tägliche Gesundheitsberatungen und -checks sowie spezielle, frisch zubereitete Ayurveda-Gerichte. Grundsätzlich stehen Gästen der Barberyn Ayurveda Resorts ein 24-Stunden-Notdienst sowie Ärzte auf Abruf zur Verfügung.“ www.barberynresorts.com

„Urlaub für mich“

Im Fünf-Sterne Healing-Resort Kamalaya auf Koh Samui/Thailand können Gäste in individuellen Kursen ihr eigenes Potential vollständig entfalten. Bildnachweis: Kamalaya/Ralf Tooten

Karina Stewart, Gründerin des Kamalaya Koh Samui, Thailand: „Gerade die isolierenden letzten beiden Jahre haben ein Thema in den Vordergrund gerückt: ,Selfcare‘. Egal, ob es um mehr körperliche Fitness geht,  das entspannende Bad am Abend oder eine achtsamere und auf uns abgestimmte Ernährungsweise, wir alle sollten uns besonders jetzt noch mehr Zeit für das eigene Wohlbefinden nehmen. Viele unserer Gäste hier im Kamalaya kommen häufig mit einem persönlichen Anliegen, vom Weiterentwickeln ihres Start-up-Vorhabens in der Abgeschiedenheit unseres Resorts bis hin zum Wunsch, die eigene Gesundheit aktiv in die Hand nehmen. Sie profitieren davon, ihre persönlichen Bedürfnisse in einem fernöstlichen, natürlichen und gleichzeitig anregenden Umfeld erfüllen zu können – und erhalten so ‚Nahrung für Körper und Seele‘. Weit weg vom Alltag voller Einschränkungen und Ablenkungen gelangen sie zu fundamental neuen Ideen, Einsichten und Perspektiven. Für ,Me time‘ in den eigenen vier Wänden haben wir 2021 die Online-Plattform Kamalaya Connect ins Leben gerufen. Sie ermöglicht Nutzern virtuellen Zugang zu unseren maßgeschneiderten Kursen aus den Bereichen Ernährung, Fitness und Wellbeing.“ www.kamalaya.com

Fernwanderungen

or genau zehn Jahren wurde der Lechweg – von der Quelle bis zum Fall „geboren“. Daniela Pfefferkorn begleitet ihn seit 2020 als Produktmanagerin. Bildnachweis: Verein Lechweg

Daniela Pfefferkorn, Produktmanagement Lechweg – von der Quelle bis zum Fall: „Wer 125 Kilometer schon einmal zu Fuß absolviert hat, weiß um den besonderen Reiz: Weit weg vom Alltag finden Fernwanderer ganz zu sich selbst und fühlen sich frei wie ein Vogel. Die Besonderheit des Lechwegs macht nicht nur seine grenzüberschreitende Route durch zwei österreichische Bundesländer bis ins bayerische Allgäu aus. Oder die Tatsache, dass der Gepäcktransport ebenso gewährleistet ist wie freie Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Der wahre ,Star‘ auf den maximal zehn Etappen ist der facettenreiche Lech, einer der letzten Wildflüsse Europas. Lechweg-Geher begleiten ihn auf seiner gesamten Reise: von der Quelle am Vorarlberger Formarinsee durchs Walserdorf in Warth bis hin zum türkisen Strom durchs Tiroler Lechtal, über die Wiesen und Seen bei Reutte, um schließlich bei Füssen vom Lechfall gebannt zu werden. Für Bucketlist-Abarbeiter ist der Lechweg also ein Muss, inklusive der Steinbock-Kolonie bei Lech oder der Holzgauer Hängebrücke. Eine virtuelle Gästekarte ist vorgesehen, eine App hingegen nicht: Denn unsere Lechweg-Philosophie sieht vor, dass Urlauber die Natur bewusst erleben sollen anstatt ständig aufs Smartphone zu schauen.“ www.lechweg.com

Nachhaltiger Skitourismus

auberer als ihre natürlichen Pendants sind die Kristalle der Schneekanonen, die bis zu 89 Prozent der Pisten im Skigebiet von St. Anton am Arlberg/Österreich beschneien können. Bildnachweis: TVB St. Anton am Arlberg/Fotograf Sepp Mallaun

Martin Ebster, Tourismusdirektor St. Anton am Arlberg: „Wir leben vor, wie grüner Alpentourismus Stück für Stück funktionieren kann und arbeiten seit Jahrzehnten an unserer Ökobilanz. Durch den Kartellsee und die Kraftwerke ist die österreichische Region St. Anton am Arlberg bereits seit 2006 in der Stromversorgung autark. Die Kristalle aus den Schneekanonen sind sauberer als Naturschnee, bestehen lediglich aus Wasser in Trinkqualität und Luft. Im Frühling unterstützt das Schmelzwasser in den Bächen wiederum die Energiegewinnung – ein durchgehend umweltfreundlicher Kreislauf. Nach dem Grundsatz ‚so viel wie nötig, so wenig wie möglich‘ erfassen unsere Pistenmaschinen durch ein integriertes GPS-System in Echtzeit die exakte Schneehöhe und helfen so bei einer noch effektiveren, naturschonenden Beschneiung. Der zentrale Bahnhof macht den Zug zum attraktivsten Verkehrsmittel für Urlauber. 2021 wurde St. Anton am Arlberg zudem als offizielle KLAR!-Modellregion ausgewählt. Teilnehmer dieses Programms werden vom Klima- und Energiefonds dabei unterstützt, sich frühzeitig und wissenschaftlich fundiert auf die Herausforderungen des Klimawandels einzustellen. Viel bewegt sich – und so soll es weitergehen.“ www.stantonamarlberg.com

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Urs Huebscher ist seit vielen Jahren Chefredaktor und Head of des PRESTIGE Travel Magazin. Er reist seit mehr als zwanzig Jahren durch die ganze Welt und hat fast alle Ecken dieser Welt schon gesehen. Seine Reportagen sind in den Print-Ausgaben des PRESTIGE Travel und im Luxus-Magazin PRESTIGE sowie auf deren Online-Seiten zu lesen. Weiter ist er Mitglied der Vereinigung Swiss Travel Communicators, dem führenden Schweizer Netzwerk für Reisejournalismus.