La Dolce Vita in Rom

Detlef Berg Von Detlef Berg
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Es ist nicht nur eine Redewendung. Die Italiener verstehen es, wirklich gut zu leben. Sie schätzen Genuss, Entspannung, Geselligkeit und die Wertschätzung kleiner Freuden.

Das bestätigt auch Nadia Di Schino. Sie organisiert Rundfahrten durch Rom, die Besuchern ein Stück italienisches Lebensgefühl vermitteln sollen. Das beginnt schon mit dem Vintage Fiat 500 Cabriolet. Gleich drei der kleinen Flitzer – elektrisch betrieben – stehen pünktlich um 9 Uhr vor unserem nhow Hotel, das zentral am Park Villa Borghese und dem oberen Ende der Via Veneto liegt. Sie leuchten in den Farben Pink, Hellblau und Quietschgelb und versetzen uns zurück in die 1960er Jahre. „Damals machte der Regisseur Federico Fellini mit seinem Film den Begriff Dolce Vita berühmt, und für mich steht der Begriff für die Wertschätzung der alltäglichen Schönheit“, sagt Nadia.

Schon rollen die drei Cabrios in Richtung Via Veneto, jene mit Schatten spendenden Platanen bestandene Prachtstraße. Grandhotels, exklusive Restaurants und Nachtclubs, die Fellini in seinem Meisterwerk zeigte, säumen auch heute noch den Boulevard. „Da ist Harry’s Bar, einst Treffpunkt der Promis“, sagt Nadia. „Damals konnte man Anita Ekberg an ihrem Stammtisch sehen. Heute sind es vor allem Touristen, die in der historischen Atmosphäre der Bar ein Selfie für die sozialen Medien machen wollen“. Noch viel weiter zurück reicht die Geschichte des Kapuzinerklosters, das heute vor allem wegen seiner Krypta mit dem Beinhaus von Touristen besucht wird. „Es ist eher ein schauriges Museum, das uns die Vergänglichkeit allen Lebens vor Augen führt“, sagt Nadia.

Doch zurück in die Gegenwart. Unsere Cabrios rollen jetzt durch enge kopfsteingepflasterte Gassen. Kinder lachen und winken, Touristen versuchen, ein Bild von den drei bonbonfarbenen Oldtimern zu schießen. Die Fahrzeuge wirken wie ein Magnet für gute Laune. Die nächsten Stationen sind die Spanische Treppe, die Villa Medici und der Monte Pincio. „Von dieser Terrasse habt ihr einen fantastischen Blick auf die Stadt. Der Blick reicht über die Dächer von Rom bis hin zur Kuppel von St. Peter. Am Abend, zum Sonnenuntergang, ist es besonders stimmungsvoll, und es ist sind nur ein paar Gehminuten von Eurem Hotel entfernt,“ schwärmt Nadia.

Zu Füßen des Pincio liegt mit der Piazza del Popolo einer der schönsten Plätze von Rom. In seiner Mitte thront ein 36 Meter hoher ägyptischer Obelisk, der aus dem Sonnentempel von Heliopolis stammt. Der monumentale Platz ist auch ein Eingangstor zur römischen Innenstadt. Im stetigen Auf und Ab und über speckiges Pflaster geht unsere Tour weiter zum Pantheon und zum berühmten Trevi-Brunnen. Mamma mia – hier wimmelt es nur so von Touristen. Ruhiger dann die Fahrt über den Tiber. Jenseits des Flusses, in Trastevere, treffen wir auf das alte Rom. Verwinkelte Gassen mit unzähligen Trattorien und kleinen Geschäften bestimmen das Bild.

Schließlich geht es bergauf zum Aventin, dem südlichsten der sieben Hügel von Rom. „Es ist zwar kein Geheimtipp mehr, aber hier sind weniger Touristen unterwegs“, weiß Nadia. Wir erfahren, dass sich hier vor allem die Reichen und Schönen der Stadt niedergelassen haben. Sie residieren in prächtigen Villen, umgeben von wunderbaren Gärten. Nadia führt uns zum Orangengarten, der ein wenig Ruhe im Großstadtgetriebe bietet. Junge Leute liegen auf der Wiese unter den Orangenbäumen, auf den Bänken sind Menschen in die Lektüre ihrer Zeitung vertieft und ganz vorn sitzen Besucher aus aller Welt auf einer Mauer über dem Tiberufer und erfreuen sich am Panoramablick auf Trastevere, Gianicolo und der Kuppel des Peterdoms.

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Detlef Berg ist freier Reise-Journalist und reist seit Jahren durch die ganze Welt. Dabei hat er weit mehr als 100 Länder und alle Kontinente besucht. Über seine Reisen berichtet er in verschiedenen Tageszeitungen und Magazinen und sehr oft ganz exklusiv für uns. Weiter gehört er seit Jahren zu den Top-10 Reise-Journalisten in Deutschland.