Sie ist süßer als andere Ananassorten, reift langsamer und gilt auf Antigua als Nationalfrucht und Insel-Symbol: die Black Pineapple. In Europa ist sie praktisch unbekannt. Nicht, weil sie übersehen wurde, sondern weil sie bewusst nicht exportiert wird. Wer sie probieren möchte, muss nach Antigua reisen.
Seit Generationen wird die Schwarze Ananas dort angebaut. Ihr hoher Zuckergehalt und ihre begrenzte Haltbarkeit machen sie ungeeignet für lange Transportwege. Stattdessen wird sie frisch verkauft: Morgens auf dem Markt von St. John’s, der Hauptstadt, liegt sie zwischen anderem Obst, ohne Etikett oder Herkunftsschild. Wer nachfragt, bekommt keine Geschichte erzählt. „Die ist von hier“. Mehr Erklärung braucht es nicht. Die Schwarze Ananas steht für kurze Wege und für eine Küche, die sich an dem orientiert, was gerade wächst. Denn Farm-to-Table ist auf Antigua weniger Haltung als Praxis, überall sichtbar, wo Produzenten, Händler und Köche einander kennen und Produkte nicht weiter reisen müssen als nötig.
Dass ausgerechnet die Frucht Namensgeberin eines Tourismuspreises ist, passt zu diesem Selbstverständnis. Anfang Dezember wurden zum zweiten Mal die „Black Pineapple Awards“ vergeben, mit denen Antigua und Barbuda internationale touristische Partner ehrt. Der Name ist dabei mehr als eine freundliche Pointe: Ausgezeichnet werden Engagement, Verlässlichkeit und langfristige Verbundenheit; Qualitäten, die auch die Schwarze Ananas auszeichnen, gerade weil sie nicht überall verfügbar ist.
Für Reisende ist sie ein Ortserlebnis. Man begegnet ihr auf der Farm, dem Markt und auf dem Teller. Ihr Reiz liegt darin, dass sie nicht mitgenommen werden kann, sondern dort bleibt, wo sie wächst.
Mehr Informationen unter https://www.visitantiguabarbuda.com/.







